student
— exposé
Ein Trend ist ein Ereignis.
Ein Trend kommt aus dem Nichts, entwickelt sich strikt, variabel
oder unaufhaltsam — oder Alles auf einmal.
Ein Trend kann gehen wie er gekommen ist:
keiner weiß wie und warum.
Zeitlich begrenzt und doch in seiner Dauer nicht messbar — aber
im Nachhinein.
Also können wir aus einem vergangenen Trend lernen und kommende
aufspüren und züchten, geschweige denn amtierende lenken.
Jeder Trend hat jedoch sein Eigenleben. Greift eine Innovation auf,
schlüpft aus einer Subkultur und prostituiert sich durch die Medien.
Überstrapaziert, mehrfach neu-definiert und soziologisch wie kulturell
ausgelutscht stirbt er dann ab und kommt doch wieder.
Durch Retro-Hypes werden wiederum alle ehemaligen und neuen
Kritiker gestraft.
Die Avantgarde als Nährboden der Neogarde — oder umgekehrt?
Werden dann die Innovationen von heute der abstrakten Idee von vor
30 Jahren entsprechen und in 30 Jahren als In-Begriff einer Mixtour
aus Alt und Neu gelten und dann durch Päpste als Zeitlos deklariert?
Somit kann ein Trend vielmehr zum Thema werden.
Thema, nicht Trend — eine kritische Auseinandersetzung mit den
Inhalten von Trendkultur, dem Kult des Trendes und des Kontras.
Der Designer als Feind der Revolution. Was hip ist wird vermarktet.
Erklärt sich der Trend nicht von selbst, entgegen dem universal
verständlichen MegaTrend, muss der Kontext verstanden werden.
Hierzu dienen Szenarioanalysen, fernab von Marktforschung und
Marketing. Doch war nicht schon unser aller Freiheitsvorbild
Woodstock ein vom Markt gefordertes und demnach erzeugtes Event?
Vom Trend filtriert ins Leben gerufen und von außen gemanagt —
ja gemanagt und nicht organisiert. Denn Managment und Event
reihen sich unter Begrifflichkeiten und Themengebiete wie Public
Relations und Merchandising.
Aus der Einfachheit eines Freiheitgedankens kann ein nachhaltiger
Fortschritt entstehen, welcher den Gedanken an sich jedoch nahezu
außer Acht lässt.
Ein Trend ist immer unvollkommen.
Wird er zuende gedacht, immitiert oder flächendeckend verbreitet,
hat er sich bereits überlebt.
Urplötzlich ist der Trend absolut “out”. Und schon ist das “in”,
was sich vom Populären abgrenzt.
Das Privileg der andersartigen Innovation.
Die Sonntagsfrage, die Delphi-Methode — die Befragung
herausragender Fachleute — oder gar die Futurologie erkennen die
Privilegien, nicht aber die zufällige Geburt der Idee.
Woher kommt also der Trend?
— vita
Philipp Hartung
19 / 10 / 1983 * Ulm
1990 — 2003 Waldorfschule am Illerblick, Ulm
2000 / 2001 nebenschulisches Praktikum Druckerei LeRoux, Ulm
2001 / 2002 nebenschulisches Praktikum BüroMausUlm
2003 / 2004 fünfmonatiges Praktikum kognito gestaltung, Berlin
2004 / 2005 Zivildienst in einer Kindertagesstätte, Ulm
seit Okt. 2005 Studium Kommunikationsdesign, FH Würzburg
Sommer 2008 Auslandsemester Shih Chien University, Taipeh, Taiwan
Sommer 2008 Workshop am Institute for Information Design Japan